Zeit zu handeln!

Spiegelsaalrede der stv. DGB-Bundesvorsitzenden Elke Hannack in Eichstätt

In der Diskussion im Anschluss an den Vortrag von Elke Hannack zum Thema "Bildung für alle - Chancengleichheit und Gerechtigkeit" kristallisierte sich schnell heraus, dass das Fachpublikum Werte und Haltungen im Bildungsgeschehen für unabdingbar hält. Anknüpfend an die Darstellung  der Referentin, was Schule heute alles zu leisten habe, entspann sich der Austausch der Meinungen zur Frage, wie Bildung für alle denn definiert sein solle. Über den reinen Wissenserwerb und das Ansammeln von Erfahrungen hinaus, wurde die zentrale Rolle grundsätzlicher Werte deutlich. Die stellvertretende DGB-Bundesvorsitzende beschrieb die in der Arbeitswelt wichtige Fort- und Weiterbildung, die oft zu stark auf den reinen Nutzen für die Erbringung der Leistung von Arbeitnehmer*innen abziele. Sie berichtete von Projekten aus anderen Bundesländern, die z.B. Mentorenprogramme für Menschen im Arbeitsprozess auf neue Gleise setzen. Mit beeindruckenden Zahlen legte Hannack den Finger in die Wunde, die tausende von Schulabgängern ohne Abschluss für die Gesellschaft bedeuteten. Der DGB und andere Bildungsakteure setzen darauf, angefangen bei den Jugendlichen bis hin zu Menschen jeden Alters im Sinne des lebensbegleitenden Lernens, niemanden verloren gehen zu lassen. Ihre Forderung an die Politik, in die Bildung endlich die finanziellen Mittel zu investieren, die eigentlich schon lange zugesagt waren, erntete anerkennende Zustimmung.  Wenn wir in Deutschland leistungsstark bleiben und auch unseren Wohlstand erhalten wollen, so Hannack, können wir es uns nicht erlauben, unseren einzigen Rohstoff zu vergeuden. Bezugnehmend auf das geflügelte Wort vom "Rohstoff Geist" brachte eine junge Zuhörerin ihre Sicht auf das Bildungswesen in Deutschland ein. Elke Hannack griff diesen Redebeitrag auf und wies - bei allem, was verbesserungswürdig sei - auf die Durchlässigkeit des Systems und die Vielzahl der Bildungswege hin. Allerdings zeigten Zahlen wie die stetig sinkende Inanspruchnahme von BAföG-Mitteln auch einen Wandel im Vergleich zu vorangegangenen Jahrzehnten an.

Zum Schluss machte die stellvertretende DGB-Vorsitzende mit einem Zitat von Adolph Kolping den Anwesenden Mut: "Es ist keine Zeit zu jammern, sondern es ist Zeit zu handeln.“

Rita Böhm, Vorsitzende des Kolping-Bildungswerkes, hatte bereits in ihrer Begrüßung zu Beginn der Veranstaltung auf die Verknüpfungen zwischen Kolping und dem DGB hingewiesen. Ob es sich um die Handwerkskammerwahlen, die Soziale Selbstverwaltung oder die Bildung handelt: Beide Organisationen leisten auf diesem Gebiet einen großen Einsatz und kämpften immer wieder gemeinsam für die Verbesserung der Lebensverhältnisse der Menschen. Ihren Dank an die Refrentin brachte Böhm durch einen Geschenkkorb mit regionalen Spezialitäten zum Ausdruck, den sie in Vertretung des Vorsitzenden des Kolping-Erwachsenen-Bildungswerke, Andreas Birzer, überreichte.

09.02.2024